Dead Man Walking


RWE hat im letzten Quartal einen Gewinneinbruch von 60% hinnehmen müssen. Soweit, so schlimm. Doch sieht man sich die Zahlen im Einzelnen an, stellt sich die Frage, wie das jemals wieder besser werden soll:

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Die Erlöse aus der konventiellen Stromerzeugung sind im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 15% eingebrochen. Und Erzeugung aus Erneuerbaren Quellen gibt es quasi nicht:

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Der Anteil der Erneuerbaren am Kraftwerkspark von RWE liegt danach bei etwa 3,5% – und die Erzeugung aus Erneuerbaren Energien sinkt im Vergleich zum Vorjahreszeitraum! Den ganzen Quartalsbericht findet man hier (PDF).

Der aktuelle TV-Werbespot von RWE beginnt mit den Worten: „Sind wir Deutschen eigentlich verrückt geworden?“ und meint damit die Energiewende. Mehr muss man eigentlich nicht wissen, um die Positionierung von RWE zu verstehen. Es ist unbegreiflich, wie man als Unternehmen so weit weg vom gesellschaftlichen Konsens agieren kann.

Die aktuelle Kraftwerksliste der Bundesnetzagentur zeigt, dass RWE mit Abstand die meisten Braunkohlekraftwerke in Deutschland betreibt. Eine Erhöhung der CO2-Zertifikatepreise oder gar eine ordnungspolitsch eingeleitete Abschaltung dieser Kraftwerke wäre wohl der Knock-Out für die Erzeugungssparte von RWE.  Eine dauerhafte Rettung der konventionellen Erzeugung brächte ein Kapazitätsmarkt, aber die Zeichen stehen momentan nicht gut dafür. Der heutige Kursabschlag von 2,5% auf die RWE-Aktie erscheint angesichts solcher Aussichten eher moderat.

Hier können Sie übrigens dem Kraftwerkspark von RWE auf Twitter folgen und die jeweils aktuelle Leistung sehen:

RWE hat rund 26.500 MW an konventieller Erzeugungskapazität installiert, d.h. der Twitteraccount ist ein ganz gutes „Fieberthermometer“ für die Auslastung des Kraftwerksparks.

 

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