Ride the Lightning: Zulassungszahlen E-Fahrzeuge 2015


Das Kraftfahrtbundesamt hat letzte Woche die detaillierten Zulassungszahlen (aufgeschlüsselt nach Modellen) für Dezember 2015 veröffentlicht, so dass nun eine konkrete Auswertung der Zulassungen von E-Fahrzeugen in 2015 möglich ist…et voilá:

KBA

Die Top 5 der zugelassenen (rein elektrischen) E-Fahrzeugmodelle in Deutschland im Jahr 2015 sind danach:

  1. Kia Soul                 3.839
  2. Renault Zoe        1.787
  3. Tesla Model S     1.582
  4. VW e-Golf           1.092
  5. BMW i3               1.051

Ehrlicherweise sind diese Zahlen aber nur bedingt aussagefähig, da in diesen Zahlen erfahrungsgemäß viele Händlerzulassungen enthalten sind. Wie die Zeit hier schreibt, gibt es beim Kia Soul noch den Sondereffekt,

dass Kia 2.231 Exemplare seines elektrisch angetriebenen Soul zwar in Deutschland zugelassen, danach aber umgehend ins E-Mobilitätsmusterland Norwegen weitergeliefert hat.

Wollte man diese Exemplare abziehen, sähe die Top 5 für 2015 wie folgt aus:

  1. Renault Zoe         1.787
  2. Kia Soul                 1.608
  3. Tesla Model S     1.582
  4. VW e-Golf            1.092
  5. BMW i3                1.051

Wobei unklar ist, ob Kia in den Monaten November und Dezember nicht auch noch E-Fahrzeuge weiter nach Norwegen geliefert hat, da der Artikel bei Zeit Online lediglich Daten bis einschließlich Oktober 2015 berücksichtigen konnte. Aber natürlich nutzen auch  die anderen Autobauer die Händlerzulassung. BMW hat darüber hinaus im Jahr 2015 400 BMW i3 beim Carsharing-Dienst DriveNow, ein Joint-Venture zwischen BMW und Sixt,  positioniert.

Kurzum: Das Verbraucherinteresse wird man nur eingeschränkt an diesen Zahlen ablesen können.

Zieht man jedoch die Einsteigspreise für diese Modelle hinzu, wird deutlich, dass dem amerikanischen Autobauer Tesla Motors mehr als nur ein Achtungserfolg gelungen ist:

  1. Renault Zoe         1.787   Preis: ab 21.500 EUR
  2. Kia Soul                 1.608   Preis: ab 30.790 EUR
  3. Tesla Model S     1.582   Preis: ab 78.000 EUR
  4. VW e-Golf            1.092   Preis: ab 34.900 EUR
  5. BMW i3                1.051   Preis: ab 34.950 EUR

Das Tesla Model S ist also mehr als doppelt so teuer und konnte sich dennoch vor den deutschen Autoherstellern platzieren. Wie gut sich Tesla mit dem Model S platzieren konnte, zeigt auch der Vergleich innerhalb der Oberklasse:

kab2

Immerhin mehr Zulassungen als der VW Phaeton und ähnlich viele Zulassungen wie der Porsche Panamera. Der zweitniedrigste Anteil an gewerblichen Haltern (68,6 %) zeigt dann auch eine konkrete Wachstumschance für Tesla in Deutschland auf:  Sollte es Tesla gelingen, zukünftig noch mehr Fahrzeuge bei Firmenflotten zu platzieren, könnte das Model S bei den Zulassungszahlen bald in die Ränge eines 7er BMW (93,3 % gewerbliche Halter) vorstoßen.

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BMW i3 soll 50 Prozent mehr Reichweite bekommen


Wie das Elektroautoportal http://www.ecomento.tv heute berichtet (Link),  soll die Reichweite des kompakten Elektroautos i3 für das nächste Modelljahr um 50 Prozent erhöht werden. Das Modell-Update soll danach noch diesen Sommer kommen. Ich selbst bin großer Fan des BMW i3 und fahre den i3 regelmäßig als DriveNow-Wagen in Hamburg. Ehrlicherweise muss man aber hinzufügen, dass die faktische Reichweite des BMW i3 eher bei 150km liegt (und jetzt im Winter noch einmal deutlich weniger), so daß 50 Prozent Erhöhung den BMW i3 faktisch auf etwa 225 km neue Reichweite bringen dürften. Sicher ein großer Schritt in die richtige Richtung, aber immer noch keine Konkurrenz zu den Verbrennern (wir fahren als Familie auf Lamngstrecken regelmäßig um die 350 km mit einem Benziner, bevor wir eine Pause machen).

Aber wenn man sich vergegenwärtig, dass gerade einmal 2 Jahre nach dem Produktionsstart des BMW i3 bereits eine Reichweitenverlängerung von 50% erzielt werden konnte, muss man anerkennen, dass es sich um eine sehr schnelle Weiterentwicklung der Batteriekapazitäten handelt. Weitere 50% mehr Reichweite in den nächsten zwei Jahren würden das Elektroauto dann endgültig auch langstreckentauglich machen.

Wie der Zukunftsforscher Thomsen richtig sagt: Die Entwicklung verläuft nicht linear, sondern exponentiell. Ist die Reichweite (und ausreichend Ladeinfrastruktur) erst einmal da, gibt es keinen Grund mehr, einen Verbrenner zu kaufen. Für die Automobilhersteller ist die Disruption daher am Horizont schon sichtbar und wer jetzt noch den Dieselmotoren größere Forschungsbudgets einräumt als den alternativen Antrieben, steht schon in zwei, drei Jahren vielleicht ohne ausreichende Käufer für diese Fahrzeuge da.

Die Energiewirtschaft durchlebt mit der Energiewende gerade ihre Götterdämmerung. Die Automobilindustrie steht kurz vor der eigenen.